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Anhang zu Kap. 5 des Schulprogramms
Leistungsorientierung und Sozialverhalten von Jungen und Mädchen
in den Jgst. 9 und 10
Seit einiger Zeit sind deutliche Veränderungen in der
Mitarbeit der verschiedenen Geschlechts-gruppen gerade in den
Jahrgängen 9 und 10 festzustellen. Es ist auffällig,
dass die inhaltlichen, aber auch sozialen Aktivitäten der
Mädchen in der Regel weit intensiver als die der Jungen
sind. Diese tendenzielle Ungleich-gewichtigkeit führt im
Unterrichtsalltag zu Verzerrungen, die die Qualität der
Arbeit in den einzelnen Fächern belasten kann. Im Zuge
der Evaluation des Schulprogramms hat sich eine Gruppe von Eltern,
SchülernInnen und LehrernInnen mit dieser Problematik beschäftigt
und nach Ursachen für diese Situation gefragt und mögliche
pädagogische Reaktionen darauf diskutiert.
Einige Elemente der veränderten Bedingungen schulischen
Lernens
- Die Auflösung klassisch stereotyper Verhaltensmuster
von männlicher Dominanz und weiblicher Zurückhaltung
bestimmen auch die Unterrichtssituationen, wo häufig,
zumal in besagten Stufen, eher umgekehrtes Verhalten anzutreffen
ist.
- Heutige Frauenkarrieren und geschlechts-spezifische Durchsetzungsbereitschaft
steuern auch das Schulverhalten der Mädchen im Hinblick
auf positive Schulabschlüsse.
- Die aktuellen Familiendefizite, gescheiterte Ehen, alleinerziehende
Mütter und Erfahrungen der Vaterlosigkeit verändern
die sozialen Lernmodelle.
- Die peer-group verstärkt erfolgsorientiertes Mädchenverhalten
im Hinblick auf Status, Karriere und Konsummöglichkeiten,
während die Jungs häufig coole Distanz zeigen.
- Bestimmte Medien präferieren ein Frauen-, aber auch
Männermodell, das bei allen Eigenwilligkeiten hohe Ego-Zentrierung
und Selbstbehauptung vermittelt.
- Die kommunikativen Kompetenzen im Gruppenkontext sind im
angesprochenen Entwicklungszeitraum bei den weiblichen Schülerinnen
besser entwickelt.
- Vielen Mädchen gelingt auch der Einbruch in traditionell
männliche Ressorts, Beispiel ist der Umgang mit Computern.
- Im Vergleich zur Oberstufe ist allerdings von Übergangsbedingungen
zu sprechen,
obwohl 54% der Abiturienten weiblich sind.
- Auffällig ist auch das Vorherrschen geschlechtsspezifischer
Gruppenbildungen bei Gruppenarbeiten und Präsentationen.
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Mögliche Maßnahmen angesichts der geschilderten
Veränderungen
- Teilnahme der Mädchen am "girl's day" als
geschlechtsspezifische Technik-propädeutik/ Parallele
Jungenaktionen in der Schule oder Jungenexkursionen
- Mofa-/Roller-AG oder ähnliche Angebote für Jungen/Mädchen
ab der Jgst.9
- Angebot von Erste Hilfe-Kursen, z.B. bei den Johannitern
in Gruppen ab 10 Teilnehmern
- Punktuell und nach Bedarf geschlechts-homogene Gruppen im
Sinne einer reflexiven Pädagogik
- Intensivere Fächerkooperation in der Sexualpädagogik
/ Nutzung der Kooperation mit "Hövi e.V." für
Sexualaufklärung in speziellen Gruppen
- Erhöhte Motivation durch die Beachtung geschlechtsspezifischer
Interessen bei unterrichtlicher Themenwahl
W. Brückner
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